Der UV-Wasserklärer: JBL AquaCristal UV-C 11 W

Kill'em all!

Über kaum ein technisches Gerät wird in einschlägigen Aquaristik-Foren und -Blogs so kontrovers diskutiert wie über UV-Wasserklärer. Einer der vorrangig genutzten Argumente gegen einen UV-C ist allerdings für ein Malawi-Becken mehr oder weniger irrelevant: Zwar fällt ein UV-C im Süßwasser Eisen in Dünger aus, da durch die UV-C Bestrahlung 2-wertiges Düngeeisen in 3-wertiges Eisen gewandelt wird, das von den Pflanzen nicht mehr aufgenommen werden kann. Da ein Malawi-Becken per se nur wenige Pflanzen beinhaltet, gibt es – aus meiner Sicht – eine ganze Reihe von nicht unerheblichen Vorteilen, die ein UV-Klärer mit sich bringt.

Soviel zur “Glaubensfrage” UV-C. Schon spannend, was für ein Wirbel um einen Behälter mit Zu- und Ablauf gemacht wird, in dessem Gehäuse eine Röhre ultraviolettes Licht mit einer Wellenlänge von 255 nm aussendet. Warum das Ganze? Weil diese Strahlung DNA-schädigend auf alle Zellen wirkt, die dieser Strahlung ausgesetzt sind und Bakterien und Viren wirkungsvoll abtötet. Aber keine Panik: “Gute” Bakterien, die Nitrit abbauen (sogenannte Nitrifikanten) sind in großen Teilen an Substrat gebunden und schwimmen nicht frei durch die Gegend. Anders sieht dies z.B. bei Ichthyophthirius multifiliis (siehe Bild), dem Erreger der Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthiriose) aus – der kleine Ektoparasit schwimmt nämlich durch das Wasser und wird beim Durchlaufen des UV-Klärers zuverlässig abgetötet.

JBL AquaCristal – der UV-Klärer meines Vertrauens

Für mein 250 Liter Malawi-Aquarium habe ich mir den JBL AquaCristal UV-C mit 11 W zugelegt. Diesen werde ich dauerhaft, d.h. 24/7 betreiben. Auch hier ist man sich unter Aquarianern definitiv uneinig, wenn man sich die zahlreichen kontroversen Diskussionen so durchliest.

Warum 11 Watt? Hier gilt es zu berücksichtigen, dass Lampenleistung und Wirkleistung zwei völlig verschiedene Paar Schuhe sind. Eine 11 Watt UV-C Lampe bringt es im Wellenbereich von 255 nm auf eine UV-C Leistung von etwa 2,6 Watt. Entsprechend bringen die Teile unter 11 Watt – meiner Ansicht nach – so gut wie gar nichts. Einzige Ausnahme sind wirklich kleine Aufzuchtbecken, wenn man z.B. Laichverpilzung verhindern möchte.

Ansonsten ist bis 300 Liter ein UV-C Wasserklärer mit einer Leistung von 11 Watt empfehlenswert, ab 300 Liter bis 600 Liter sollten es schon 18 Watt und bei Aquarien mit einem Volumen von 600 bis 1000 Liter bringen erst Geräte mit einer Leistung von 36 Watt wirklich was.

Tipp: JBL UVC-Wasserklärer an 16/22 Schläuche anschließen!

JBL Schlauchtülle für UVC an 16/22 Schlauch anschließen

Tipp: JBL Schlauchtülle für UVC an 16/22 Schlauch anschließen

Die JBL-Anschlusstüllen sind dreistufig angelegt – zu keiner einzigen passt der EHEIM-Standardschlauch mit 16 mm Innen- und 22 mm Außendurchmesser (16/22) zu 100%. Entweder die Tülle ist zu klein oder minimal zu groß. Der Trick ist, dass der EHEIM-Schlauch durch Wärme ein wenig flexibler / weicher wird. Also: Einfach das Schlauchende in heißem Wasser ein wenig erwärmen, schon passt der Schlauch mit etwas Kraft über die etwas zu große Tülle. Vorher habe ich den zu kleinen Teil der Tülle abgesägt um meinen Durchfluss nicht noch zusätzlich zu verringern. Da ich ein wenig paranoid bin, habe ich den Schlauch zusätzlich mit einer Schlauchschelle gesichert.


Bild: Ichthyophthirius multifiliis von Andy Goodwin/USFWS via Wikipedia (CC BY 2.0)