Mein (fast-) automatischer Wasserwechsel

...zum Glück liegen Aquarium und Küche Wand an Wand...

Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist ein Muss in einem Malawi Aquarium – bzw. in so gut wie allen Aquarien. Denn durch Wasserwechsel wird der Gehalt von Nitrit, Nitrat und anderen schädlichen Stoffen reduziert. Auch die notwendigen Spurenelemente kommen mit einem Wasserwechsel in das Aquarium hinein.

Wasserwechsel heißt jedoch nicht unbedingt: Altes Wasser raus – neues Wasser rein. Denn manchmal findet man in dem Leitungswasser diverse problematische Stoffe – vom Pestizid bis hin zum Chlor, das manche Stadtwerke nutzen, um das Trinkwasser zu desinfizieren. Ich habe das Glück, wirklich gutes Trinkwasser zu haben – lediglich der pH ist ein wenig zu niedrig – sodass ich keinen Vorfilter oder ähnliches brauche:

  • 0 mg/l Nitrat
  • 0 mg/l Nitrit
  • GH ca. 7°d
  • KH 8°d
  • pH 7,0
  • 0 mg/l Chlor
  • 20 mg/l Kohlendioxid

Entsprechend kann ich es mir erlauben, Wasserwechsel direkt aus der Leitung vorzunehmen. Da es bei einem Malawi-Aquarium sinnvoll ist, wöchentlich ca. 50% des Wassers zu wechseln und ich nicht so wirklich Lust auf Eimer-Schleppen habe, musste eine andere Lösung her.

Der Standort meines Aquariums ist meiner Ansicht nach perfekt – zum einen weil es keine direkte Sonneneinstrahlung gibt und zum anderen, weil es Wand-an-Wand mit der Küche steht. Denn so konnte ich mich ein wenig austoben und eine Wasserwechsel-Garnitur selber basteln. Und dann ist es auch noch eine Rigips-Wand, was das Ganze nochmal deutlich vereinfacht.

Ab durch die Wand!

zwei-loecher

Rechts oben der Wasserhahn samt Zuleitung, links unten das größere Loch mit der Abfluss-Leitung und der Mehrfach-Steckdose.

Zunächst einmal mussten hierfür zwei Löcher in die Wand: Ein kleineres für die Wasser-Zuleitung und ein weiteres für die Abfluss-Leitung. Ich habe das letztere Loch ein wenig größer gebohrt, da ich so eine Sicherheits-Mehrfachsteckdose an die mit FI-Schutzschalter gesicherte Steckdose für die Spülmaschine in der Küche anschließen konnte. Für das kleine Loch habe ich einen ganz normalen Bohrer verwendet – das größere Loch habe ich zunächst auf beiden Seiten mit einem Kreisbohrer vorgebohrt und dann vorsichtig mit Hammer und Meißel wie ein Mauerspecht durch die Wand geklopft.

Zum Glück ist unter der Spüle Platz! 

Anschließend habe ich unter der Spüle “ein wenig” umgebaut. Das vorhandene Siphon mit einem Einlass wurde gegen ein Siphon mit zwei Abflüssen ausgetauscht (1). Ich habe mich gegen einen Y-Adapter entschieden, da ich gerne meine Spülmaschine auch während eines Wasserwechsels laufen lassen wollte. Bei einem Y-Adapter besteht das Risiko, dass Schmutzwasser von Zulauf A in Zulauf B gedrückt wird – und das brauche ich in beide Richtungen nicht wirklich. Das Siphon mit zwei Zuläufen hat eine kleine “Trennwand” zwischen den beiden Zuläufen sodass dies weitestgehend ausgeschlossen sein sollte. An das Siphon habe ich dann den 3/4-Zoll Ablaufschlauch angeschlossen (2).

Verschlauchung unter der Spüle

Verschlauchung unter der Spüle

Zusätzlich habe ich einen Y-Adapter (3) an die Kaltwasserzuleitung geklemmt. Mein Glück: Die Spülmaschine war bereits per 3/4-Zoll-Gewinde angeschlossen sodass ich lediglich ein 3/4-Zoll Y-Stück brauchte. An einen Ausgang kam dann wieder die Spülmaschine, an den anderen Ausgang einen Absperrhahn (4), daran einen Adapter von 3/4-Zoll Gewinde auf 1/2-Zoll Schlauchtülle (5). Daran kam dann der Schlauch für die Zuleitung den ich dann wiederum mit einem Wasserhahn auf der anderen Seite verbunden habe.

…und so geht dann der Wasserwechsel!

Verschlauchung an der Aquarienwand

Verschlauchung an der Aquarienwand

Auf der anderen Seite der Wand habe ich einen Wasserhahn installiert während der 3/4-Zoll Abfluss-Schlauch einfach aus der Wand kommt. Am Wasserhahn ist wieder ein 1/2-Zoll Schlauch. 3/4 und 1/2-Zoll Schlauch kommen dann an einem Y-Verbinder zusammen. Von dort geht’s dann ins Becken.

Bei einem Wasserwechsel wird zunächst das Ventil zum Abfluss-Schlauch auf “ZU” gestellt, das Ventil vom Zulauf-Schlauch auf “AUF”. Anschließend wird vorsichtig der Wasserhahn geöffnet bis im Schlauch bis zum Aquarium keine Luft mehr ist sondern nur noch Wasser. Dann wird das Ventil vom Zulauf-Schlauch und der Wasserhahn geschlossen und anschließend das Ventil vom Ablauf-Schlauch auf “AUF” umgestellt. Jetzt kann man zusehen, wie das Wasser direkt in den Abfluss fließt. Aktuell plane ich, einen Abfluss direkt nach draußen z.B. in eine Regentonne zu legen um das verbrauchte Aquarien-Wasser noch zu “recyclen”. Sobald die gewünschte Menge abgelaufen ist, wird der Ablauf-Schlauch geschlossen, der Zulauf-Schlauch geöffnet und das Aquarium über den Wasserhahn wieder bis zur gewünschten Höhe befüllt. Nicht zu schnell, damit das Wasser sich langsam vermischt. Zusätzlich drehe ich den Filter immer etwas höher, damit die Temperaturdifferenz nicht über 3-5°C liegt.

Hier das Ganze nochmal als Schema:

Aufbau "Wasserwechsler" - Schema

Aufbau “Wasserwechsler” – Schema