Kies oder Sand für das Malawi-Aquarium?

Und: Schwarz? Weiß? Grau?

Betrachtet man die zum Teil kontroversen Diskussionen in einschlägigen Foren und die durchaus unterschiedlichen Empfehlungen auf (Malawi-)Aquaristik-andeiten wird deutlich, dass es keinen “Goldstandard” bei der Wahl des Bodengrundes zu geben scheint. Die Empfehlungen reichen von Sand, groben Kies bis hin zu Steinplatten. Ganz puristische Aquarianer bevorzugen gar eine Haltung der Fische ganz ohne Bodengrund. Letzteres bringt jedoch für einige Malawibarsche den puren Stress mit sich. Denn sie sehen das eigene Spiegelbild als Gegner wahrnehmen und dieses dann regelrecht attackieren.

Was am Ende bleibt sind ein paar taktische Überlegungen: Viele Malawi-Buntbarsche nehmen den Bodengrund – zumeist Sand – auf, “lutschen” daran und spucken ihn wieder aus. Dies auch z.T. als Teil des Balzrituals, bei dem die Fische regelrechte Sandburgen unter Wasser bauen. Also lautet der Beschluss, auf Sand zu setzen.

Zu feiner Sand mit einer Körnung bis 0,3 mm ist allerdings nicht geeignet, da er durch die Strömungspumpe aufgewirbelt wird und dann im Filter landet. Oder wenn ein Fisch mal einen anderen Fisch jagt oder seinen Bewegungsdrang loswerden möchte. Alles zum Nachteil der Filterleistung. Feiner Sand kann darüberhinaus anfangen zu faulen oder hart zu werden und zu verklumpen. Daher gilt eine Körnung von 0,4 mm – 0,8 mm oder etwas größer als ideal.

Sand am Grund des Malawisees

Sand am Grund des Malawisees

Und die Farbe? Mittlerweile gibt es einige Hersteller, die farbigen Sand anbieten. Vorsicht ist geboten denn  im schlimmsten Fall ist dieser mit Harz oder Kunststoff überzogen ist, damit die Farbe möglichst lange hält. Mit gesunden Menschenverstand sollte klar sein, dass solcher Sand nur wenig für Fische geeignet sind, die gerne mal Sandkörner lutschen, oder? Aber zum Glück hat der Grund des Malawisees eine gewisse Ähnlichkeit mit Filtersand für Pool-Anlagen!

Der Sand meiner Wahl – DIN-genormter Filtersand!

Ich habe mich am Ende dazu entschlossen, auf beigen Quarzfiltersand mit einer Körnung von 0,4 mm – 0,8 mm zurückzugreifen. Warum? Zunächst einmal, weil Farbe und Beschaffung mir passend vorkamen. Und zum anderen, weil es diesen in 25kg-Säcken z.B. von der Firma Steinbach günstig in fast jedem Baumarkt gibt. Spielsand für Sandkästen ist immer mal wieder mit Fungiziden oder anderen Stoffen wie z.B. Lehm durchsetzt – DIN-genormter Filtersand wird allerdings z.B. in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt, ist pH-neutral, zumeist mehrfach entstaubt, gesiebt sowie gewaschen und feuergetrocknet sodass er frei von organischen Verunreinigungen ist. Also perfekt geeignet für’s Malawi-Aquarium.

Dennoch ist es aus meiner Sicht empfehlenswert, dass man diesen Sand – wie übrigens jeden anderen Bodengrund auch – ordentlich durchwäscht und so auch noch die letzten Schwebstoffe entfernt. Frei nach dem Motto DIN ist gut, Kontrolle besser.

Am simpelsten lässt sich der Sand übrigens direkt im Aquarium durchwaschen: Sand rein, Wasser drauf, mischen, kurz warten und dann das Wasser ablassen. Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist, mindestens jedoch 2-3 Mal.


Bild: “Sand am Grund des Malawisees” via Flickr (Original:  “Thumbi West community“) von Alexandra Tyers (CC BY-SA 2.0)