10 Tipps für einen Umzug mit Aquarium

Oder: Alles, nur bitte kein Stress!

Umzüge sind stressig – und Umzüge mit Aquarium sind umso stressiger. Könnte man meinen. Wenn man das Ganze aber gut vorbereitet, ist ein Umzug sowohl für die Bewohner des Aquariums als auch für den dazugehörigen Futterlieferanten relativ stressfrei zu bewältigen. Aus meiner Sicht gilt es, folgende Punkte zu beachten…

1) Gute Planung vor dem Umzug!

Gute Planung ist das A und O. Passt das Aquarium an den neuen Platz? Ist der Boden geeignet, gerade oder braucht man Unterlegkeile oder im schlimmsten Falle gar eine Unterkonstruktion um Bodenwellen etc. auszugleichen?

2) Behälter organisieren

Sobald der Umzugstermin steht, sollte man sich nach geeigneten Gefäßen für den Transport der Einrichtung (Steine, Sand etc.) sowie der Fische und Pflanzen umsehen. Für Steine und Sand eignen sich Mörtelwannen sehr gut, diese gibt es im Baumarkt. Für die Fische und Pflanzen schwöre ich auf Styroporboxen (gibt es z.B. bei eBay) mit Fischtransportbeuteln – letztere bekommt man im Aquaristik-Fachhandel eures Vertrauens eigentlich immer umsonst wenn man nett fragt. Lieber ein paar Beutel und Boxen mehr als zu wenig organisieren!

Sollte man vorhaben, Wasser mitzunehmen – es gibt Aquarianer, die schwören darauf! – dann gilt es auch hierfür geeignete Behälter zu kaufen, z.B. verschließbare Eimer oder dergleichen.

3) Bewohner “emotional” vorbereiten

Okay, man muss die Fische vor einem Umzug nicht streicheln. Und auch ansonsten nicht. Aber: Eine abwechslungsreiche Fütterung um das Immunsystem der Tiere zu päppeln ist definitiv sinnvoll. Zwei Tage vor dem Umzug sollte man die Fische dann nicht mehr füttern, um die Belastung des Transport-Wassers möglichst gering zu halten.

4) In der Ruhe liegt die Kraft

Am Umzugstag selbst sollte alles außer Aquarium gepackt sein, damit man sich ausschließlich auf den rechteckigen Glasbehälter samt Bewohner konzentrieren kann. Ganz wichtig: Relax! Zeit lassen – sonst passieren relativ schnell kleine Fehler, die große Wirkung haben können. Ein abgerutschter Stein der falsch aufkommt kann schon für eine fette Überschwemmung sorgen – was in einer Wohnung voller Kisten und Chaos erst recht katastrophale Folgen haben kann!

5) Alles einpacken

Nun sollte man etwas Wasser aus dem Aquarium lassen und entweder mitnehmen oder wegschütten – so verringern sich die Fluchtwege der Fische in vertikaler Hinsicht. Anschließend Pflanzen aus dem Becken holen und einpacken (feucht halten!). Je nach Dekoration gilt es nun, den Fischen ihre Versteckmöglichkeiten zu nehmen – sprich: Steine, Wurzeln etc. raus! Nun geht’s auf die Jagd – aber bitte möglichst stressfrei für die Fische. Rein in die Beutel und die Beutel dann aufblasen damit die Tierchen genug Sauerstoff haben. Sauerstofftabletten lehne ich persönlich total ab – diese schaden den Fischen eher, als dass sie was bringen.

Anschließend kann man die Technik weitestgehend abbauen und sicher verstauen.

6) Filter entleeren – aber nicht reinigen!

Beim Abbau des Filters diesen auf gar keinen Fall durchspülen. Erst recht nicht mit heißem Wasser sondern nur entleeren und feucht transportieren. Ansonsten killt man die mühsam aufgebauten Mikroorganismen und bekommt bei der Wieder-Inbetriebnahme des Aquariums einen netten aber tödlichen Nitritpeak.

7) Drive, darling, drive!

Alles verstaut? Dann kann es ja losgehen. Lieber einmal mehr Pause machen als zu wenig – die Fische überleben es locker 8 Stunden bei entsprechender Fahrzeugtemperatur. Und keinem ist gut damit getan, wenn man gestresst und übermüdet mit Vollgas über die Autobahn brettert, nur um Aquarium und Co. so schnell wie möglich wieder aufzubahen.

8) Free the fish!

Angekommen? Alles gut? Dann erstmal einen Kaffee trinken und tief durchatmen. Nun die Fische von den Transportbeuteln in größere Gefäße umsetzen, um sie von der Transportluft zu befreien. Frische Wasser nur langsam hinzugeben, da sich sonst die Wasserwerte zu heftig verändern. Hin und wieder mal schauen, ob sie nicht sichtbar nach Luft schnappen – sollte dies doch der Fall sein, immer mal wieder mehr Wasser austauschen.

9) Operation Wiederaufbau

Den Fischen geht’s gut? Dann kann man das Aquarium am neuen Ort aufstellen. Mit der Wasserwaage checken, dass es gerade steht und kleinere Unebenheiten ggf. ausgleichen. Bodengrund einfüllen, ggf. Altwasser vorsichtig reinschütten und frisches Wasser dazu. Anschließend kann man den ungereinigten (!) Filter anschließen und die Technik installieren.

10) Läuft? Dann kann man ja schwimmen gehen!

Die Technik funktioniert? Das Wasser ist temperiert und halbwegs klar? Dann können die Fische – die sich in der Zwischenzeit vom Transport erholt haben sollten – ja rein! Natürlich wie gewohnt vorsichtig und so stressfrei als eben möglich. Füttern braucht man am 1. Tag nicht – und auch in den Folgetagen sollte man die Fütterung langsam an die normalen Mengen anpassen um das Wasser nicht zu sehr zu belasten. Dennoch sollte man die Wasserwerte dringend im Auge behalten – und auch den Gesundheitszustand der Fische regelmäßig prüfen.

Diese 10 Tipps sind natürlich kein Freifahrtschein dafür, dass ein Umzug immer und komplett ohne Ausfälle klappt. Sie geben lediglich meine Erfahrungswerte wieder, mit denen ich in der Vergangenheit immer gut gefahren bin. Für kleine und große Katastrophen – die leider bei einem Umzug immer mal passieren können – übernehme ich natürlich keinerlei Verantwortung! 

Bildquelle: Möbelspedition im Einsatz von Johann H. Addicks (CC BY-SA 3.0)